Blickwechsel Demenz                Seite drucken   Sitemap   Mail an das Projekt Blickwechsel Demenz   Hinweise zur Änderung der Schriftgröße  

Pressestimmen

Eine bessere Gesundheitsversorgung älterer Menschen ist möglich

Foto

v.li: Dr. Susanne Angerhausen, Projektleiterin Blickwechsel.Demenz.Regional / Barbara Steffens, Landesministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter / Katharina Benner, GSP Geschäftsführerinnen

Projekt „Blickwechsel Demenz. Regional.“ des Paritätischen NRW zeigt, wie es geht

Witten, 18.4.2012. Wie kann die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen, insbesondere mit einer zusätzlichen Demenz, verbessert werden? Auf diese Frage hat das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW „Blickwechsel Demenz. Regional.“ Antworten gefunden. Sie wurden heute unter Anwesenheit der NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens im Forschungs- und Entwicklungszentrum Witten vorgestellt.

Im Rahmen des Projektes konnte beispielsweise ein neuartiges Tagesbetreuungsangebot für demenziell erkrankte Patienten konzeptionell entwickelt und im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke erfolgreich umgesetzt werden: Damit ist es gelungen, die Situation von Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten im innovativen Zusammenspiel von professioneller Versorgungsstruktur und ehrenamtlichem Engagement effektiv zu verbessern. Die im Projektverlauf darüber hinaus entwickelte „Notfallmappe“ und der „Wegweiser“ für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen leisten praktische Hilfestellungen für Betroffene.

So erfolgreich die im Rahmen des Projektes erarbeiteten Hilfen im Einzelfall auch sein mögen, das Projekt des Paritätischen hat auch die strukturellen Defizite des Gesundheitssystems zu Tage gefördert. „Das Nebeneinander von verschiedenen Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen, von Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, ist nicht im Sinne einer optimalen Versorgung von Patientinnen und Patienten. In den bestehenden Strukturen wird insbesondere die angemessene Versorgung Demenzkranker nicht nur behindert, sondern allzu oft sogar unmöglich gemacht“, sagt die Projektleiterin Dr. Susanne Angerhausen.

„Es wird Zeit, die gesundheitliche und pflegerische Versorgung von älteren Menschen mit chronischen oder mehrfachen Erkrankungen zu verbessern“, erklärte Barbara Steffens, Landesministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter. „Wir müssen die Rahmenbedingungen für ein würdevolles und möglichst selbstbestimmtes Leben auch mit Demenz positiv gestalten. In NRW werden wir das Gemeinsame Landesgremium nach § 90a SGB V und die Landesgesundheitskonferenz nutzen, um uns diesen Herausforderungen zu stellen und verbindlichere Kooperationsstrukturen und eine bessere Verzahnung zu erzielen“, so die Ministerin.

Was für die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten möglich ist, wenn in kooperativen Netzwerken gedacht und gehandelt wird, hat das Projekt „Blickwechsel Demenz. Regional“ gezeigt. Nun gilt es, die Ergebnisse in die Fläche zu tragen und die nötigen politischen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Hintergrund:

In der Versorgung von älteren Menschen, insbesondere mit einer Demenz, stößt unsere segmentierte gesundheitliche und pflegerische Versorgung an ihre Grenzen - zu Lasten der Patientinnen und Patienten:

  • Etwa die Hälfte der Patientinnen und Patienten in einem Krankenhaus sind 60 Jahre und älter. Experten schätzen, dass ca. 35 bis 40% dieser Patienten eine kognitive Störung oder eine Demenz haben, das sind ca. 800.000 Menschen pro Jahr (Statistisches Bundesamt 2010, Bickel H., Mösch E., Seigerschmidt E., Siemen M., Förstl H. (2006): Prevalence and Persistence of Mild Cognitive Impairment among Elderly Patients in General Hospitals. Dement Geriatr Cog Disord; 21: 242-250).
  • Über 70% der Patienten über 70 Jahre haben zwei und mehr behandlungsbedürftige Erkrankungen (Deutscher Alterssurvey, Deutsches Zentrum für Altersfragen 2008).
  • Zu viele und falsch eingesetzte Medikamente machen vielen älteren Menschen zusätzliche große Probleme und kosten sehr viel Geld. Ältere Patientinnen und Patienten ab 65 Jahre erhalten 80% aller Medikamentenverordnungen (Prof. Gerd Glaske in WDR, Die Story: Riskante Rezepte, ausgestrahlt am 16.4.2012).

 

Interview Demenz im Krankenhaus
YouTube Beitrag vom 08.10.2013 Blickwechsel Demenz. NRW. Förderung der Umsetzung demenzsensibler Versorgungsprojekte im Krankenhaus [Mehr]


 
top