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"Das Teekesselchen", Cornelia Plenter, Pflegeüberleitung Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke und Projektmitarbeiterin

Werden Menschen mit Orientierungsstörungen wegen einer akuten Erkrankung in ein Akutkrankenhaus eingewiesen, benötigen sie besondere Unterstützung dabei, sich in der fremden Umgebung zu recht zu finden: Ihnen fehlen die gewohnten Räume, vertraute Personen und ihr eigener Tagesablauf. Diese abrupte Veränderung kann für diese Patientengruppe zu erheblichen Irritationen und einer nachhaltigen Verschlechterung ihrer kognitiven und alltagspraktischen Fähigkeiten führen.

Für diese Patientengruppe hat das GKH die Tagesbetreuung „Teekesselchen“ eingerichtet. An den Werktagen bieten wir für Patientinnen und Patienten der somatischen Stationen in wohnlicher Atmosphäre ein tagesstrukturierendes und –begleitendes Programm an.

Eine hauptamtliche (Alten-) Pflegekraft mit Unterstützung von geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen umsorgt eine kleine Gruppe von bis zu 7 Patientinnen und Patienten, leitet Spiele, Gesang und Bastelaktivitäten an und unterstützt bei den Mahlzeiten…

Durch den strukturierten Tagesablauf und die direkte und kontinuierliche persönliche Ansprache durch eine Bezugsperson gelingt es in vielen Fällen, Vertrauen in die ungewohnte Situation herzustellen, die Patientinnen und Patienten geistig, seelisch, kommunikativ und physisch zu aktivieren und zu mobilisieren sowie ihren Tag-Nacht-Rhythmus durch die gezielten Tagesaktivitäten zu stabilisieren.
Die Tagesbetreuung Teekesselchen ist eingebettet in ein Paket von Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung dieser Patientengruppe, das von der Aufnahme an wirksam wird. Dazu gehören eine geregelte Identifikation von Orientierungsstörungen, Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit, Orientierungshilfen und Untersuchungen möglichst ohne Wartezeiten.

Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen hat sich gezeigt, dass nicht nur eine Qualitätsverbesserung für die Patienten selbst erzielt wurde, die auch mit einer größeren Zufriedenheit der Angehörigen einhergeht, sondern dass auch eine Entlastung der Mitarbeiter/-innen und somit auch eine Verbesserung der Arbeitszufriedenheit erreicht wurde.

Für die Zukunft wünsche ich mir durch die Evaluation der Tagesbetreuung auch wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit der Tagesbetreuung, Beteiligungsmöglichkeiten für die Angehörigen und eine stärkere Bereitschaft von Seiten aller Mitarbeitenden diese Arbeitsweise aktiv zu unterstützen – insbesondere zu ihrer eigenen Entlastung . Dafür ist es sicherlich notwendig, das Thema Demenzversorgung auch weiterhin in allen Bereichen des Krankenhauses intensiv zu thematisieren.

 

Interview Demenz im Krankenhaus
YouTube Beitrag vom 08.10.2013 Blickwechsel Demenz. NRW. Förderung der Umsetzung demenzsensibler Versorgungsprojekte im Krankenhaus [Mehr]


 
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